Es ist das Duell, auf das junge Anleger in Österreich jahrelang gewartet haben. Wenn du dich bisher gefragt hast: „Soll ich zum etablierten Platzhirsch Flatex gehen oder doch den modernen Neobroker Trade Republic nutzen?“, endete die Diskussion meist mit einem einzigen, vernichtenden Argument: der Steuer.
Jahrelang war Flatex quasi die einzige logische Wahl für Einsteiger, einfach weil sie steuereinfach waren und die Kapitalertragsteuer (KESt) automatisch für dich erledigt haben. Trade Republic war zwar schick und günstig, aber du musstest dich selbst ums Finanzamt kümmern – für viele ein absolutes No-Go.

Doch seit April 2025 hat sich das Blatt gewendet.
Trade Republic ist nun endlich auch in Österreich steuereinfach. Damit fällt die größte Hürde weg und das Rennen ist plötzlich völlig offen. Jetzt zählen nur noch die harten Fakten: Wer ist günstiger? Wer hat die bessere App? Und wo bist du als junger Investor langfristig besser aufgehoben?
In diesem Vergleich schicken wir die beiden Schwergewichte in den Ring. Wir checken Gebühren, Sparpläne und Benutzerfreundlichkeit, damit du keine Angst mehr vor versteckten Kosten oder dem Finanzamt haben musst. Finde heraus, welches Depot wirklich zu dir passt!
Das wichtigste Kriterium vorab: „Steuereinfach“ – Der Gamechanger
Bevor wir ins Detail gehen, musst du dieses Thema verstanden haben: Steuereinfachheit.
In Österreich unterliegen Kapitalerträge einer fixen KESt von 27,5 %. Wenn dein Broker diesen Betrag automatisch abführt, erspart dir das viel Aufwand und die Sorge, etwas falsch zu machen. Du musst Gewinne aus ETF-Sparplänen nicht selbst in die Steuererklärung (Formular E1kv) eintragen. Das ist gerade für Einsteiger und alle, die wenig Zeit haben, Gold wert.
- Flatex (Der Etablierte): War schon immer steuereinfach. Flatex übernimmt die gesamte KESt-Abwicklung und die Meldung an die Finanzbehörden. Hier läufst du seit Jahren auf der sicheren Seite.
- Trade Republic (Der Aufsteiger): NEU seit April 2025 ist Trade Republic nun auch steuereinfach in Österreich. Damit erfüllt der beliebte Neobroker das wichtigste Kriterium für alle Sparer, die stressfrei investieren wollen.
Fazit: In dieser Kategorie herrscht 2025 Gleichstand. Beide Broker bieten dir den maximalen Komfort in Sachen Steuer.
Gebühren & Kosten im Check: Wer ist wirklich günstiger?
Auch wenn 0 € oder 1 € nach wenig klingen: Über 20 Jahre fressen sich kleine Gebühren schnell zu dreistelligen Beträgen auf. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es um langfristige Performance geht.
| Kriterium | Flatex | Trade Republic | Gewinner 2025 |
|---|---|---|---|
| ETF-Sparplanausführung | 0,00 € (für viele Aktions-ETFs) bis 1,50 € | 0,00 € | Trade Republic |
| Depotführung | 0,00 € | 0,00 € | Gleichstand |
| Ordergebühren (Aktien/ETFs) | 5,90 € pro Order (z. B. XETRA) | 1,00 € Fremdkostenpauschale | Trade Republic |
| Verrechnungskonto | 0,00 € | 0,00 € (Oft mit Zinsangebot) | Gleichstand (je nach Zins) |
Stand November 2025
1. Die Sparplankosten
- Trade Republic: Hier zahlst du für alle Sparpläne (ETFs, Aktien, Krypto) grundsätzlich 0,00 € pro Ausführung. Das ist unschlagbar und perfekt für das monatliche Investieren kleiner Beträge (ab 1 €).
- Flatex: Flatex bietet zwar eine riesige Auswahl an Aktions-ETFs zu 0,00 € an, aber wenn du einen bestimmten ETF besparen willst, der nicht auf der Liste steht, können bis zu 1,50 € pro Ausführung anfallen.
Experten-Tipp: Für reine ETF-Sparer mit dem Fokus auf den MSCI World ist dieser Unterschied kaum spürbar, da die wichtigsten Index-ETFs bei Flatex meist in der 0-Euro-Aktion sind. Wer aber individuelle Aktien-Sparpläne nutzen will, profitiert von Trade Republic.
2. Der Handel abseits des Sparplans
Wenn du einmalig größere Beträge investieren oder Einzelaktien kaufen möchtest, zeigt sich der größte Kostenunterschied:
- Trade Republic nimmt eine symbolische Fremdkostenpauschale von 1,00 € pro Order.
- Flatex berechnet für den XETRA-Handel eine Gebühr von 5,90 € zzgl. Maklerentgelt.
Eindeutiger Gewinner beim Einzelkauf: Trade Republic.
Pro Tipp: Wenn du einen Sparplan anlegst, sind bei beiden Anbietern die Kosten Nahe 0.
Benutzerfreundlichkeit & App: Wer bietet das bessere Erlebnis?
Besonders junge Anleger legen Wert auf eine intuitive Bedienung. Hier prallen zwei Philosophien aufeinander.
Trade Republic: Der moderne Mobile-First-Ansatz
Trade Republic wurde für das Smartphone konzipiert. Die App ist:
- Minimalistisch: Sehr klare, aufgeräumte Oberfläche ohne unnötigen Ballast.
- Intuitiv: Käufe, Verkäufe und Sparplan-Änderungen sind in wenigen Sekunden erledigt.
- Zielgruppe: Ideal für alle, die nur die App nutzen und Wert auf eine extrem schnelle Abwicklung legen.
- Nachteil: Eine vollwertige Desktop- oder Browser-Anwendung fehlt (oder ist sehr minimalistisch), was für Detailanalysen unpraktisch sein kann.
Flatex: Das funktionale Broker-Tool
Flatex kommt aus der klassischen Broker-Welt und das merkt man:
- Desktop-Stärke: Flatex bietet eine vollwertige Webanwendung, die für umfangreiche Analysen und das gleichzeitige Überwachen mehrerer Depots besser geeignet ist.
- Details: Du siehst mehr Orderbücher, Handelsplätze und historische Daten, was für fortgeschrittene Trader wichtig ist.
- Zielgruppe: Ideal für alle, die auch am PC arbeiten und tiefere Einblicke in ihre Transaktionen wünschen.
- Nachteil: Die App wirkt im Vergleich zu Trade Republic oft etwas überladen und weniger „slick“.
Das Angebot: ETFs & Aktien im Detail
Wer investiert, braucht Auswahl. Beide Broker bieten das Wichtigste, aber die Tiefe des Sortiments variiert.
Flatex: Das riesige Universum
Flatex bietet Zugang zu allen wichtigen nationalen und internationalen Börsenplätzen (XETRA, Wiener Börse, u.v.m.). Das ETF-Angebot ist mit über 1.500 sparplanfähigen ETFs gigantisch und lässt keine Wünsche offen.
Trade Republic: Der fokussierte Kern
Trade Republic bietet ein ebenfalls sehr großes Angebot der gängigen Index-ETFs (iShares, Vanguard, Amundi). Die Auswahl ist für über 90% der Einsteiger absolut ausreichend. Sie fokussieren sich auf wenige Handelsplätze, was die Kosten niedrig hält.
Wichtig für Einsteiger: Für den Kauf eines MSCI World ETF (den wir für den Start empfehlen) findest du bei beiden Anbietern mehrere Top-Produkte. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass dir der „beste“ ETF entgeht.
Service, Sicherheit & Vertrauen
Die Sicherheit deiner Einlagen ist bei der Brokerwahl immer die Basis.
Regulierung und Einlagensicherung
Beide Broker – Flatex und Trade Republic – sind in der EU reguliert (Deutschland und/oder Österreich) und bieten die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € auf das Verrechnungskonto. Dein Wertpapierdepot selbst ist ohnehin Sondervermögen und im Falle einer Insolvenz geschützt.
Vertrauen und Support
- Flatex: Als etablierte Marke mit starkem Fokus auf den deutschsprachigen Raum hat Flatex ein sehr hohes Vertrauen. Sie bieten eine bessere Erreichbarkeit durch Kundensupport-Hotlines und eine umfangreiche „Akademie“ mit Webinaren.
- Trade Republic: Der Support erfolgt primär digital (E-Mail/Chatbot). Das ist schnell und effizient, aber man hat keinen direkten Ansprechpartner.
Fazit: Wer auf Service und direkten Kontakt Wert legt, hat bei Flatex die Nase vorn. Wer gerne alles digital löst, wird mit Trade Republic zufrieden sein.
Zusammenfassung: Vor- und Nachteile auf einen Blick
| Kriterium | Flatex | Trade Republic |
|---|---|---|
| Vorteile | Seit Jahren steuereinfach in Österreich Riesige Auswahl (ETFs, Börsen) Volle Web-Anwendung (Desktop) Umfangreiches Schulungsangebot & Support | Alle Sparpläne 0,00 € Nur 1,00 € Gebühr für Einzelorders Steuereinfachheit seit 2025 Modernste App (Mobile-First) |
| Nachteile | Höhere Gebühren bei Einzelorders App wirkt im Vergleich weniger modern Sparpläne können bis zu 1,50 € kosten | Fokus auf die App (Desktop-Ansicht minimalistisch) Geringere Support-Verfügbarkeit Kleinere Auswahl an Handelsplätzen |
Fazit: Welches Depot passt zu dir?
Der Kampf Flatex vs. Trade Republic hat 2025 einen neuen Höhepunkt erreicht. Die gute Nachricht vorweg: Du kannst eigentlich keinen „fatalen“ Fehler mehr machen. Da nun beide Broker steuereinfach sind, bleibt dir bei beiden das mühsame Abtippen von Formularen für die Steuererklärung erspart. Das ist ein gewaltiger Vorteil für deinen entspannten Vermögensaufbau.
Dennoch sprechen die beiden Anbieter unterschiedliche Typen an. Hier ist unsere Entscheidungshilfe für dich:
Wähle Trade Republic, wenn…
- … du maximal kosteneffizient unterwegs sein willst und auf Depotgebühren oder Orderkosten allergisch reagierst.
- … dein Smartphone deine Zentrale ist: Du liebst „Mobile First“, willst eine cleane Oberfläche und deine Finanzen mit wenigen Swipes erledigen.
- … du eine „Set & Forget“-Strategie fährst: Einmal den Sparplan einrichten und dann einfach laufen lassen.
Wähle Flatex, wenn…
- … du mehr als nur eine App willst: Die Desktop-Version von Flatex bietet dir detailliertere Analysetools und mehr Übersicht.
- … du Zugriff auf speziellere Handelsplätze brauchst und Wert auf einen etablierten Partner mit Bildungsangebot legst.
- … dir guter Kundenservice und Schulungsangebote wichtig sind.
Unser Rat: Lass dich nicht von der „Qual der Wahl“ lähmen. Das Wichtigste beim Investieren ist nicht, ob du beim Broker 50 Cent im Jahr sparst, sondern dass du überhaupt anfängst und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lässt.
Beide Depots ermöglichen dir einen günstigen und sicheren Start. Schnapp dir dein Handy, eröffne dein Depot (dauert meist keine 10 Minuten) und starte deinen ersten Sparplan noch heute. Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken!
P.S. Wenn du noch nicht weißt, welchen Broker du nehmen sollst, oder auch andere Anbieter wie DADAT in Betracht ziehst, findest du hier unseren großen ETF-Sparpläne im Vergleich: Die besten Broker für Einsteiger in Österreich.
Disclaimer: Dies ist keine Anlagenberatung, wie geben lediglich Tipps.




